AUGUST - REIF IM WIND

Aktualisiert: Nov 9

Sommer-Sonne. Der Hafer steht reif-raschelnd im Wind und wartet auf den Mähdrescher.

Hafer ist eine genügsame Ackerkultur, welche die Bauern auch ohne den Einsatz von Kunstdünger und synthetischen Spritzmitteln gut anbauen können.


Daher ist sie besonders geeignet für den Biolandbau. In getreidelastigen Fruchtfolgen gilt Hafer als Gesundungsfrucht. Er überträgt von einem Jahr zum nächsten nur sehr wenige Pflanzenkrankheiten und schafft für Folgekulturen gute Voraussetzungen.


Hafer unterscheidet sich von anderen Getreidearten in der Form des Fruchtstandes, der als Rispe und nicht als Ähre ausgebildet ist. Es gibt Sommerhafersorten, die im Jahr der Ernte zwischen Ende Februar und Mitte März gesät werden und Winterhafersorten, die im Herbst ab Ende September bis Mitte Oktober gesät werden. Diese überwintern bodenbedeckend und brauchen tiefe Temperaturen für die natürliche Anregung des Schossens und Blühens (Vernalisation). Wilde Hafersorten wurden schon vor 32’000 Jahren zu Mehl verarbeitet. Seit etwa 3000 Jahren wird Hafer in Europa angebaut. In kälteren Klimazonen wurde Hafer zu einem wichtigen Grundnahrungsmittel.


Das Birchermüesli ist mindestens ebenso bekannt wie die berühmte Haferschleimsuppe. Beides sind bekömmliche und Kraft spendende Gerichte, welche ohne Haferflocken nicht denkbar wären. Auch in der Tierernährung kommt Hafer breit zum Einsatz. Ein altes Sprichwort sagt «Den Pferden ist Hafer und Wasser wichtiger als eine goldene Kutsche».


Benjamin Wiedmer, Fotografie Bio Landwirtschaft, Filmprojekte Bio Landwirtschaft