MAI - BODENLEBEN

Für das Leben über dem Boden, braucht es auch das Leben unter dem Boden. Bodenlebewesen bauen organisches Material ab und wandeln es auf natürliche Weise in wertvollen Dünger um. Wenn wir an Bodenlebewesen denken, so kommt uns meistens zuerst der Regenwurm in den Sinn. Doch der ist längst nicht alleine. Seine Kollegen sind zu Tausenden anwesend, meistens mikroskopisch klein und sie haben lustige Namen wie Pseudoskorpion, Saftkugler, Springschwanz, Pantoffeltierchen, Federflügler, Nitrosomonas, Glomeromycota, Bacillariophyta oder Oribatida. Bodenfruchtbarkeit entsteht nur durch aktive Bodentierchen. Durch Fressen, gefressen werden, Verdauen, Vermehren und Absterben stellen Insekten, Würmer, Bakterien, Pilze und Algen, wertvollen Humus natürlichen Pflanzendünger her. Bis aus Rohgestein fruchtbarer Ackerboden entsteht, können je nach Klima tausende Jahre vergehen. Leider ist der Mensch in der Lage, bei falscher Bewirtschaftung einen Boden innerhalb einer Generation unfruchtbar zu machen. Auf einem gut geführten Bauernhof wird nicht nur das Leben über dem Boden, sondern auch das Leben unter dem Boden gefüttert. Hierzu kommen Mist, Gülle, Ernterückstände, Gründüngungen oder im Idealfall gut verrotteter Kompost zum Einsatz. Das Bild zeigt eine Wiese, welche durch einen Onland-Pflug umgebrochen wird, damit später Mais gesät werden kann. Beim Onland-Pflug bleiben während dem Pflügen immer alle Räder des Traktors auf der festen Oberfläche. So kommt es im Gegensatz zu anderen Verfahren zu weniger Bodenverdichtung. Mit einem Seitenstreuer- Mistzetter wird noch während dem Pflügen, ebenfalls vom festen Boden aus, Mist ausgebracht. Dieser Mist wird vor der Saat mit einer Federzahnegge sanft eingearbeitet.


Benjamin Wiedmer, Fotografie Bio Landwirtschaft, Filmprojekte Bio Landwirtschaft