DEZEMBER - KONFERENZ

Helene, Amy, Fauna, Robin, Ruedi, Anny und Simona stehen unter dem Vordach und halten eine Konferenz. Hier geht es wohl darum, wer am schnellsten den Bauch mit Heu füllen kann, wo der feine Mineralstoff – Salz – Leckstein ist und wer schon wieder die Tränke verschmutzt hat. Da sie ein dickes Fell und einen trockenen, windgeschützten Unterstand haben, ist es ihnen auch im Dezember draussen wohl.


Die Schafe auf dem Bild sind von der Rasse «Bündner Oberländer Schafe». Von schwarz über gefleckt bis weiss, klein, gross, dick, dünn gibt es alle Erscheinungsformen. Die Widder (männliche Tiere) haben schöne und nach aussen gedrehte Hörner. Einige Auen (weiblichen Tiere) sind ebenfalls behornt, jedoch mit etwas kleineren Hörnern. Robustheit, Anpassungsfähigkeit an Futter und Standort sowie ausgeprägte Naturinstinkte sind typische Eigenschaften dieser Rasse.


Was die Schafe im Winter warmhält, nutzen wir seit Menschengedenken. Dank der Frühlingsschur haben sie im Sommer nicht zu warm, nachwachsende Wolle schützt ab Mitte Sommer vor Sonne und Insekten. Im Herbst, sobald der Insektendruck nachlässt und die Temperaturen noch angenehm sind, erfolgt meistens aus hygienischen Gründen eine weitere Schur. Vor der Verarbeitung muss die frische Wolle gewaschen, kardiert, gefärbt und gesponnen werden. Zweitklassige Wolle wird für die Herstellung von Isolationsmaterial oder Langzeitdünger im Hobbygarten verwendet.


Unter den Schafrassen läuft ein Verdrängungskampf. Aus wirtschaftlichen Gründen entscheiden sich viele Schafhalter für diejenigen Rassen mit besonders hohem Fleischansatz oder feiner Wolle. Dabei schrumpfen die Bestände weniger leistungsfähiger Rassen oft bis an den Rand des Aussterbens. Innovativen Bauern, Hobbytierhaltern, Zuchtverbänden und Organisationen ist es zu verdanken, dass Rassen, wie die Bündner Oberländer Schafe, nicht aussterben.


Steile Hänge und unwegsame Alpen können oft nicht mit Rindern bestossen oder gemäht werden. Kommen hier Schafe zum Einsatz, so wird Platz und Licht für wenig konkurrenzstarke, sensible und seltene Pflanzenarten geschaffen. Der sanfte Tritt verursacht keine Schäden und bewirkt, dass die Samen in die Erde gestampft werden und schneller keimen. Der Bauer erspart sich so auch die Mäharbeit und die Menschen erhalten hochqualitatives Fleisch und Wolle.