JULI - EINTRACHT

Aktualisiert: Nov 9

Die Honigbiene (Apis mellifera) ist weltweit eines der wichtigsten Nutztiere. die bekannteste Bienenart. Da sie von Natur aus Honig erzeugt, wird sie von den Menschen seit langer Zeit geschätzt. Auf dem Bild sieht man Arbeiterinnen, die ausfliegen, um Nektar und Blütenpollen – die sogenannte Tracht - zu sammeln. Diese wird an jüngere Arbeiterinnen zur Ernährung der Brut verteilt. Der Überschuss wird in Wabenzellen eingelagert und durch Wasserentzug und einer Milchsäuregärung haltbar gemacht.


Viele Pflanzen, darunter auch zahlreiche Kulturpflanzen, sind auf eine Fremdbestäubung durch Insekten angewiesen oder werden dadurch in der Fruchtbildung und Vermehrung unterstützt. Unter anderem Äpfel, Birnen, Kirschen, Erdbeeren, Himbeeren, Heidelbeeren, Sonnenblumen, Raps, Ackerbohnen, Buchweizen, Rotklee und Luzerne.


Die Bestäubungsarbeit ist eine wichtige Zusatzaufgabe der fleissigen Honigbienen, sie erhalten hier jedoch tatkräftige Unterstützung von anderen Bienenarten, den sogenannten Wildbienen. In Mitteleuropa leben rund 750 unterschiedliche Wildbienenarten. Die Bauern sind stark auf die Vielfalt der Wildbienen angewiesen. Dafür müssen sie ihnen einen Lebensraum in Form von Biodiversitätsförderflächen mit Bäumen, Hecken, Naturwiesen, Blühstreifen usw. zur Verfügung stellen. Nur so können Wildbienen die anspruchsvolle Bestäubungsarbeit leisten.


In den Monaten Mai bis Juli benötigen die Bienen das meiste Futter, weil sich Ihr Volk vergrössert und sie sehr aktiv sind. Nun ist es so, dass in dieser Zeit die meisten Wiesen geerntet und viele Pflanzen schon verblüht sind. Die dadurch entstehende Futterknappheit nennt man Trachtlücke.


In unserem dicht besiedelten Land sind jetzt nicht nur die Bauern, sondern alle Leute mit einem Garten oder Balkon gefragt. Man kann in einem Gartenbeet oder einer Blumenkiste eine Bienenweide mit Blütenpflanzen sähen, welche in diesen Monaten blühen. Den kleinen, fleissigen, stillen Helferinnen, denen wir nicht zuletzt einen Grossteil unseres Essens zu verdanken haben, können wir so etwas zurückgeben und danke sagen.


Zum Schluss noch ein Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe:


Wenn bitter sich die Menschen streiten

mit Grösse wie mit Kleinigkeiten

da weiche ich am liebsten aus

und flüchte mich ins Bienenhaus.

Hör ich das friedliche Gesumm,

vergess ich Schelten und Gebrumm,

und aller Krieg und Krach auf Erden

kann mir sogleich gestohlen werden.

Ein Blümchen vom Boden hervor,

war früh gesprosset im lieblichen Flor,

da kam ein Bienchen und naschte fein -

die müssen wohl beide füreinander sein!



Benjamin Wiedmer, Fotografie Bio Landwirtschaft, Filmprojekte Bio Landwirtschaft