SEPTEMBER - KOSTBARE ENTDECKUNG

Nun geht es langsam gegen den Herbst zu. Waldpilze schiessen aus dem Boden, die Pullover finden bald wieder Verwendung und das Bedürfnis für wärmende Suppen steigt allmählich. Auf dem multikulturellen Bild aus der Schweiz (Kanton Bern) sehen Sie einen Kürbis der japanischen Sorte «Hokkaido Red Kuri» der in ein angrenzendes Quinoafeld hinausgewachsen ist. Diese Sorte gilt als eine der schmackhaftesten Kürbissorten und kann von der Schale bis zu den Kernen genossen werden. In einer herbstlichen Suppe ergänzen sich die beiden Kulturen wunderbar.


Kürbisse sind sehr einfach anzubauen. Sie werden normalerweise als Setzlinge gezogen und im Mai im Abstand von ca. 1.5 Meter ausgepflanzt, oder direkt gesät. Wenn sie schön gross werden sollen, benötigen sie viel reifen Kompost und genug Wasser. Solange die Ranken mit den Blättern genug Sonnenlicht bekommen und die Wurzeln genügend Nährstoffe aufnehmen können ist eine bodenbedeckende Begleitflora (Gjät) kein grosses Hindernis. Ungefähr 70 Tage nach der Pflanzung bilden sich die ersten Blüten. Kürbisse sind einhäusige Pflanzen, das bedeutet, dass die weiblichen und die männlichen Blüten auf derselben pflanze wachsen. Den Blütenstaub zu transportieren, das ist die entscheidende Aufgabe unserer fleissigen Helfer - den Honigbienen oder einigen Wildbienenarten, zum Beispiel Hummeln. Auf dem Balkon in der Stadt kann diese Arbeit auch von Hand mit einem mit einem Pinsel erledigt werden. Die weiblichen Blüten erkennt man an dem Fruchtknoten unterhalb der Blüte, die männlichen an den Staubfäden in der Blütenmitte.


Quinoa kommt ursprünglich aus den Anden in Südamerika und dient dort seit Jahrtausenden als entscheidendes Grundnahrungsmittel. Sie ist eine der wenigen Kulturpflanzen, die bis auf über 4000 Meter über Meer wächst und dort mit extremen Dürren, Wind und Frost klarkommt. Ihre kleinen, einsamigen Nüsschen sind sehr energie- eiweiss- und mineralstoffreich. Gerade in Zeiten des Klimawandels hat die Pflanze das Potential in armen Bergregionen der Welt den Hunger zu stillen. Aus diesem Grund wurde sie von der UN im Jahr 2013 bekannt gemacht, indem 2013 als das Jahr der Quinoa benannt wurde.


Benjamin Wiedmer, Fotografie Bio Landwirtschaft, Filmprojekte Bio Landwirtschaft