OKTOBER - DER APFEL FÄLLT NICHT HART VOM AST

Aktualisiert: Nov 9

Der Bildtitel ist eine Anspielung auf die weiche Mulchscheibe, welche im Sommer unter dem jungen Hochstammbaum gezielt angelegt wurde. Wenn jetzt die Äpfel im Oktober reif vom Ast fallen, bekommen sie keine Beulen und können unbeschadet in den Lagerkeller gebracht oder verkauft werden.


Der Begriff «mulchen» bedeutet in der Landwirtschaft das Bedecken des Bodens mit organischem Material, zum Beispiel Heu, Stroh oder Holzschnitzel.


«Scheibe» bezieht sich auf die Form dieser Mulchfläche.


Wieso wurde nun eine Mulchscheibe angelegt? Das hat viele gute Gründe. Vorweg muss man wissen, dass sich der Aufwand in Grenzen hält. Vier kleine Strohballen können geöffnet und regelmässig unter dem Baum verteilt werden. Man kann aber auch einfach den Unterwuchs unter den Baum rechen und schön verteilen. Dann fällt auch der Aufwand zum Wegführen weg. Wenn es im Winter kalt wird und Schnee fällt, dann verrottet das Stroh, dies erzeugt etwas Wärme und schützt den Boden vor dem Frost. Das hat zur Folge, dass sich die Bodenlebewesen nicht allzu stark in tiefere Bodenschichten zurückziehen und im Frühjahr zu Beginn der Vegetationsperiode sofort startklar sind.


Die Aktivität der Bodenlebewesen ist sehr wichtig für die Nährstoffnachlieferung. Die Verrottung des Strohs bedeutet auch einen feinen Nährstoffeintrag für den Baum, dessen Wurzelwerk mit allen Feinwurzeln in etwa so gross ist wie die Baumkrone. Oben wie unten.


Wer möchte, kann nun im Frühjahr nach Belieben eine zweite Mulchschicht auflegen und Gemüse und Kräuter unter den Baum pflanzen. Somit sollte das Beikrautproblem mehr oder weniger geregelt sein und es kann auch gezielt nach Wasser- und Lichtbedarf gepflanzt werden. Diese Methode eignet sich besonders gut für Einzelbäume oder die Hofstatt in Hausnähe.


Benjamin Wiedmer, Fotografie Bio Landwirtschaft, Filmprojekte Bio Landwirtschaft