APRIL - ZEITLEBENS

Aktualisiert: Nov 9

Frisch geschlüpfte Legehennen-Küken sind tollpatschig und niedlich. Mit ihren flauschigen Federn sehen sie aus wie gelbe, piepsende Kugeln. Ihr Anblick erweckt in uns Menschen Frühlingsgefühle und Freude. Der Zeitraum dieser Niedlichkeit ist jedoch relativ kurz, schon nach ca. 5 Monaten sind sie ausgewachsen und legen ihr erstes Ei.


Nach ungefähr 250 Eiern kommen sie in die sogenannte «Mauser». Das ist eine Lebensphase, in der sie ihr Federkleid erneuern und während dieser Zeit keine Eier legen. Auf den meisten Betrieben werden sie dann aus wirtschaftlichen Gründen bereits eingeschläfert und durch Junghennen ersetzt.


Sie können aber auch «durchgemausert» werden, dann legen sie nach vier bis sechs Wochen wieder Eier. Ihre Lebenszeit ist meistens sehr genau definiert und beträgt je nach System 1 bis 2 Jahre. In der freien Natur leben Hühner so lange, wie sie sich vor den Raubtieren verstecken können. Der Alterstod erwartet sie nach fünf bis neun Jahren.


Im produktiven Biolandbau geniessen die Legehennen ihre Freiheit in einem sicheren Auslauf mit Pflanzenbewuchs. Hier kommen oft noch Hochleistungs-Rassen zum Einsatz. Die männlichen Küken eignen sich dann nicht für die Fleischproduktion und müssen eingeschläfert werden. Dank Organisationen wie ProSpecieRara und engagierten Personen gibt es viele alte und robuste Rassen. Diese sind weniger wirtschaftlich, eignen sich jedoch gut für die extensive Landwirtschaft, Selbstversorgung und Doppelnutzung (Eier und Fleisch).


Hühner sind sehr feinfühlige Wesen mit einem komplexen Sozialverhalten. Ursprünglich wurden sie domestiziert, weil sie sich als Verwerter von Essresten und Rüstabfällen sehr gut eignen. Mittlerweilen sind sie als Hobby- und Nutztiere rund um die Welt verbreitet. Gemäss Schätzungen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen gibt es weltweit dreimal so viele Haushühner wie Menschen.


Benjamin Wiedmer, Fotografie Bio Landwirtschaft, Filmprojekte Bio Landwirtschaft